Eine Woche Weltmeisterschaft.
Eine Woche voller Adrenalin, Emotionen, Begegnungen, Anspannung, Freude – und ganz besonderer Momente.
Letzte Woche durfte ich bei der WKU World Championship in Berlin als Athletin an den Start gehen.
Qualifiziert war ich bei den Executives Women +45 bis 70 kg in Kick Light und Light Contact.
Und natürlich waren auch meine beiden treuen Begleiter dabei: Snow & Lani. 🐾❤️
Montag: Anreise, Registration, Waage.
Dienstag: eine beeindruckende Eröffnungsfeier.
Mittwoch: Die ersten Kämpfe beginnen.
Und plötzlich ist dieses monatelange Training nicht mehr nur Training.
Dann stehst du da.
Auf der Matte.
Alles, was du in den vergangenen Monaten investiert hast – jede Trainingseinheit, jeder Schweißtropfen, jeder blaue Fleck, jeder Moment, in dem du eigentlich keine Lust mehr hattest – ist plötzlich genau hier.
Donnerstag waren meine beiden Pre-Eliminations.
Da in der Altersklasse Women +45 teilweise nur wenige Athletinnen antreten, werden Gewichtsklassen zusammengelegt, damit genügend Gegnerinnen zusammenkommen.
Für mich bedeutete das:
Start in der höheren Klasse +70 kg.
Zwei Kämpfe.
Zwei Siege.
Finale.
Und dann kam der Samstag.
Eine Stunde vor meinen beiden Finalkämpfen die Nachricht: Meine Gegnerin musste verletzungsbedingt absagen.
Damit stand fest:
Zweimal Gold. 🥇🥇
Natürlich hätte ich mir die beiden Finalkämpfe gewünscht. Dafür trainiert man. Dafür steht man schließlich auf dieser Matte.
Aber eine Verletzung ist niemals etwas, worüber man sich freuen kann.
Und so nehme ich diese beiden Goldmedaillen mit großer Dankbarkeit an – und mit dem Wissen, dass hinter jeder Medaille eine Geschichte steckt.
Doch wisst ihr, was mich diese Woche vielleicht noch mehr berührt hat?
Die Menschen.
Die Menschen, mit denen ich in den vergangenen Monaten gemeinsam trainiert, geschwitzt, gekämpft und gelacht habe.
Menschen, die ich vielleicht erst seit einigen Monaten kenne und die sich trotzdem längst nicht mehr wie „irgendwelche anderen Athleten“ anfühlen.
Am Freitag hatte ich selbst keinen Kampf.
Und genau dieser Tag war für mich einer der schönsten.
Ich durfte andere anfeuern.
Mitfiebern.
Nervös sein.
Daumen drücken.
Mit ihnen jubeln.
Und manchmal war ich bei den Kämpfen anderer tatsächlich aufgeregter als bei meinen eigenen.
Denn wenn du weißt, wie viel Arbeit, Schmerz, Zweifel und Herzblut hinter einem Menschen stehen, der gerade auf dieser Matte kämpft, dann sitzt du nicht einfach irgendwo am Mattenrand.
Dann kämpfst du ein kleines bisschen mit.
Und genau da wird aus einem Sport eine Gemeinschaft.
❤️
UND DANN WAR DA NOCH DIE FIGHT NIGHT.
Samstagabend.
Der krönende Abschluss.
Licht, Musik, Atmosphäre, großartige Kämpfe – und diese ganz besondere Energie, die man kaum beschreiben kann.
Für einen Moment einfach nur stehen zu bleiben und zu denken:
Wow. Ich bin ein Teil davon.
Ein Teil dieser verrückten, internationalen Kickbox-Welt.
Und gleichzeitig wurde mir noch etwas anderes bewusst:
WIR SEHEN IMMER NUR DIE SPITZE DES EISBERGS.
Wir sehen die Athleten auf der Matte.
Die Medaillen.
Die Pokale.
Die Siegerfotos.
Aber wir sehen nur selten, was dahintersteckt.
Was die WKU in Berlin auf die Beine gestellt hat, verdient meinen allergrößten Respekt.
Vor allem, weil die Weltmeisterschaft ursprünglich in Abu Dhabi stattfinden sollte und kurzfristig nach Berlin verlegt werden musste.
Eine Veranstaltung dieser Größe innerhalb so kurzer Zeit neu zu organisieren, ist keine Kleinigkeit.
Hinter jedem funktionierenden Ablauf stehen Menschen.
Menschen, die organisieren.
Menschen, die Probleme lösen.
Menschen, die Entscheidungen treffen.
Menschen, die früh morgens da sind und spät abends noch immer funktionieren.
Helferinnen und Helfer.
Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter.
Betreuer.
Organisationsteams.
Und viele weitere Menschen, deren Arbeit wir als Athleten oft nur am Rande wahrnehmen.
Mein größter Respekt an jeden Einzelnen von euch.
Und ganz besonders an Klaus Nonnemacher, den Kopf der WKU, und sein gesamtes Team.
Was ihr hier auf die Beine gestellt habt, war großartig. ❤️
UND WENN ICH JETZT AUF DIESE WOCHE ZURÜCKBLICKE…
…dann sehe ich nicht zuerst die beiden Goldmedaillen.
Ich sehe Menschen.
Ich sehe Umarmungen.
Ich sehe verschwitzte Trainingshallen.
Ich sehe lachende Gesichter.
Ich sehe Anspannung kurz vor dem Kampf.
Ich sehe Tränen.
Ich sehe Erleichterung.
Ich sehe Menschen, die über sich hinauswachsen.
Ich sehe Respekt.
Ich sehe Zusammenhalt.
Und ich sehe mich selbst mittendrin.
Mit meinen beiden Hunden an meiner Seite, zwei Goldmedaillen im Gepäck und einem Herzen, das wahrscheinlich noch ein bisschen braucht, um all diese Eindrücke zu sortieren. ❤️
Denn vielleicht sind es am Ende tatsächlich nicht die Medaillen, die bleiben.
Vielleicht sind es die Menschen, die man auf dem Weg dorthin trifft.
Die Momente, die man gemeinsam erlebt.
Und dieses Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein.
Kickboxen ist für mich längst mehr als ein Sport.
Es fordert mich.
Es hält mich jung.
Es bringt mich an meine Grenzen.
Aber vor allem bringt es mich immer wieder mit Menschen zusammen, die genauso für diese Leidenschaft brennen wie ich.
Und dafür bin ich unglaublich dankbar.
Berlin 2026. Was für eine Woche. Was für eine Gemeinschaft. Was für ein Erlebnis. ❤️🥊🌍
Und jetzt?
Nach der WM ist vor der nächsten Herausforderung.
See you on the mats. 🥊🔥
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