01. Januar 2020 · Allgemein

Vielleicht musst Du nicht schneller werden

Das neue Jahr hat begonnen.

Und plötzlich ist der Januar schon wieder fast vorbei.

Eine Brücke wird für vier Wochen gesperrt und plötzlich müssen wir alle neue Wege finden.

Der Januar ist so warm wie mancher März.

Und während draußen alles irgendwie anders ist als erwartet, fühlen sich viele Menschen gleichzeitig von ihren guten Vorsätzen gejagt.

Mehr Sport.

Gesünder essen.

Weniger Stress.

Mehr Disziplin.

Endlich dieses eine Ziel erreichen.

Und plötzlich beginnt das neue Jahr genauso, wie das alte aufgehört hat:

mit Druck.

Mit Erwartungen.

Mit dem Gefühl, schon wieder nicht genug zu tun.

Aber vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, etwas anderes auszuprobieren.

Nicht noch mehr Druck.

Nicht noch mehr Ziele.

Sondern vielleicht einfach einmal:

innezuhalten.

Dinge so sehen, wie sie sind

Vipassana ist eine der ältesten Meditationstechniken der Welt.

Das Wort bedeutet sinngemäß:

Die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind.

Nicht so, wie wir sie gerne hätten.

Nicht so, wie wir sie uns zurechtlegen.

Nicht so, wie wir glauben, dass sie sein müssten.

Sondern:

so, wie sie sind.

Und vielleicht klingt genau das zunächst ziemlich einfach.

Aber wenn Du einmal versuchst, wirklich still zu werden, merkst Du schnell:

Es ist gar nicht so leicht, einfach nur da zu sein.

Ohne Ablenkung.

Ohne Handy.

Ohne Unterhaltung.

Ohne ständig etwas zu tun.

Plötzlich sind da Gedanken.

Gefühle.

Unruhe.

Erinnerungen.

Ängste.

Und vielleicht Dinge, vor denen Du im Alltag sehr erfolgreich davonläufst.

Vielleicht musst Du nicht alles lösen

Vipassana-Meditation wird häufig im Rahmen mehrtägiger Retreats praktiziert.

Eine Zeit, in der Du Dich ganz bewusst aus Deinem Alltag zurückziehst.

Weniger Ablenkung.

Weniger äußere Reize.

Mehr Zeit, Dich selbst wahrzunehmen.

Dabei geht es nicht darum, alle Probleme Deines Lebens in wenigen Tagen zu lösen.

Es geht nicht darum, plötzlich ein anderer Mensch zu werden.

Vielleicht geht es zunächst nur darum, wahrzunehmen.

Was passiert gerade in Dir?

Wie reagierst Du?

Welche Gedanken tauchen immer wieder auf?

Welche Gefühle möchtest Du am liebsten sofort loswerden?

Welche Muster erkennst Du?

Und was passiert, wenn Du nicht sofort handelst?

Wenn Du nicht sofort flüchtest?

Wenn Du nicht sofort zum Handy greifst?

Wenn Du nicht sofort versuchst, etwas zu verändern?

Sondern einfach beobachtest.

Meine persönliche Erfahrung

Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen, die ich mit Vipassana machen durfte – und immer wieder machen darf.

Meinen ersten Kontakt mit dieser Meditationstechnik hatte ich im April 2015.

Damals besuchte ich zum ersten Mal das Dhammacari Vipassana Meditationszentrum in Rottenburg an der Laaber.

Seitdem hat mich diese Erfahrung immer wieder begleitet.

Und vielleicht ist genau das der Punkt:

Du kannst niemandem erklären, was eine solche Erfahrung mit ihm macht.

Du kannst erzählen.

Du kannst berichten.

Du kannst Deine eigenen Erfahrungen teilen.

Aber am Ende muss jeder Mensch selbst herausfinden, was eine Methode mit ihm macht.

Vielleicht ist es genau das Richtige für Dich

Vielleicht ist Vipassana genau das, wonach Du gerade suchst.

Vielleicht auch nicht.

Vielleicht ist dieses Meditationszentrum nicht der richtige Ort für Dich.

Vielleicht ist es ein anderes.

Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt.

Vielleicht auch noch nicht.

Aber woher willst Du es wissen, wenn Du es nicht ausprobierst?

Was hast Du zu verlieren?

Vielleicht ein paar Tage.

Vielleicht ein bisschen Komfort.

Vielleicht die Illusion, dass Du immer alles unter Kontrolle hast.

Und vielleicht gewinnst Du etwas, das im Alltag schnell verloren geht:

Ruhe.

Klarheit.

Bewusstsein.

Und einen ehrlicheren Blick auf Dich selbst.

Vielleicht musst Du im neuen Jahr also nicht noch schneller werden.

Vielleicht musst Du nicht noch mehr leisten.

Vielleicht musst Du nicht noch mehr an Dir arbeiten.

Vielleicht musst Du einfach einmal anhalten.

Und Dir selbst begegnen.

Nicht um jemand anderes zu werden.

Sondern um Dich selbst ein Stück besser kennenzulernen.

Was wäre, wenn Du Dir genau dafür in diesem Jahr Zeit nimmst?