{"id":561,"date":"2016-05-08T07:15:40","date_gmt":"2016-05-08T05:15:40","guid":{"rendered":"http:\/\/kristinalinn.de\/?p=561"},"modified":"2016-05-28T11:34:09","modified_gmt":"2016-05-28T09:34:09","slug":"561","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/kristinalinn.de\/index.php\/2016\/05\/08\/561\/","title":{"rendered":"Zeitreise durch die deutsche Ern\u00e4hrungskultur"},"content":{"rendered":"<h2>Wie S\u00e4tze Generationen von Deutschen pr\u00e4gten&#8230;<\/h2>\n<p>Durch Zufall bin ich \u00fcber ihn gestolpert und weil er so spannend war, muss ich ihn mit euch teilen: im SWR lief ein Dreiteiler von 2009 \u00fcber die Entwicklung des deutschen Essverhaltens im Laufe der vergangenen 70 Jahre. Spannend und interessant zu sehen, welchen Einfluss die politische Situation, das Wohlgef\u00fchl, die Bequemlichkeit, das Rollendenken, etc. auf das \u201eEssen\u201c, angefangen von der Art der Zubereitung \u00fcber die Auswahl von Lebensmitteln bis hin zur Gestaltung der Mahlgr\u00f6\u00dfe, hat.<br \/>\nKennt ihr die Aussage: \u201eEs wird gegessen, was auf den Tisch kommt!&#8220;? Generationen von Deutschen wurden von diesem Satz gepr\u00e4gt:<br \/>\nZu jeder Zeit tischte die &#8222;gute Fee&#8220; aus der K\u00fcche den b\u00e4renhungrigen Deutschen ihre Gerichte auf. Dieser Satz besa\u00df ewige G\u00fcltigkeit, der Speiseplan jedoch ver\u00e4nderte sich im Lauf der Zeit radikal.<br \/>\nSo fange ich nun einfach mal mit der Zeitreise an\u2026lasst euch inspirieren und schmunzelt, was das Zeug h\u00e4lt!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Stunde Null: Ein Gericht entscheidet den Kampf ums \u00dcberleben<\/h2>\n<p>&#8222;Ich hatte den Krieg hinter mir, war in der Jugendbl\u00fcte und hatte nix zu essen. Ich hatte immer Kohldampf!&#8220; Als der 19 j\u00e4hrige Joachim Fuchsberger aus der britischen Kriegsgefangenschaft zur\u00fcckkehrte, sprach er vielen Menschen aus der Seele.<br \/>\nDie Suche nach etwas Essbarem gestaltete sich im zerbombten Deutschland nach dem verloren Krieg nicht nur schwierig. Sie stellte die Hausfrau vor die Herausforderung aus dem Nichts eine leckere Mahlzeit f\u00fcr die Familie zu zaubern.<br \/>\nDie Schauspielerin Marianne Koch, Jahrgang 1931, damals in der N\u00e4he von M\u00fcnchen lebend berichtet: \u201eMeine Mutter hat im Garten Kartoffeln angebaut und eine Zeit lang haben wir wirklich jeden Tag nur Kartoffeln gegessen. Aber irgendwie hat sie es geschafft, dass es immer abwechslungsreich geschmeckt hat.&#8220;<br \/>\nTechnische Hilfsmittel? Fehlanzeige. Stattdessen wurden die Hausfrauen wahre Zauberinnen: Brosch\u00fcren verrieten wie man aus Eicheln Kaffee macht, aus L\u00f6wenzahn vielf\u00e4ltige Saucen kredenzt und aus der unvermeidlichen Kartoffel eine falsche Marzipantorte oder falscher Kochk\u00e4se entstanden.<\/p>\n<h2>Die &#8222;Aufr\u00fcstung&#8220; beginnt (in der K\u00fcche)<\/h2>\n<p>Es war ein Wettlauf mit der Zeit. Der knurrende Magen war der st\u00e4ndige Begleiter und es galt, das Hungergef\u00fchl zu besiegen. Doch auf Dauer konnte es so nicht weitergehen.<br \/>\n1953 lebten 95 Prozent der Deutschen ohne K\u00fchlschrank: Verderbliches wurde t\u00e4glich frisch gekauft, K\u00e4se oder Wurst wurde in der Speisekammer oder im Keller gek\u00fchlt. F\u00fcr uns kaum noch vorstellbar!<br \/>\nMit der W\u00e4hrungsreform wurde der Wirtschaftsmotor von den Deutschen angekurbelt und in dem Rahmen wurde die K\u00fcche aufger\u00fcstet: Der K\u00fchlschrank und der Elektroherd hielten Einzug in deutsche Haushalte und die Speisekammer als Aufbewahrungsort f\u00fcr verderbliche Lebensmittel wurde damit abgel\u00f6st.<br \/>\nZeitzeugen berichten \u00fcber die schlagartige Ver\u00e4nderung des Speisezettels: Wurstaufschnitte, K\u00e4seplatten und Fruchtjoghurts \u2013 Lebensmittel, die uns heute allt\u00e4glich erscheinen!<br \/>\nDie K\u00fcche bleibt trotzdem kalt<br \/>\nAuf die Hungerk\u00fcche folgt die Fresswelle: die &#8222;fetten Jahre&#8220; konnten kommen &#8211; in Form des Wirtschaftswunders in der \u00c4ra Adenauer\/Erhard. Die deutsche Hausfrau lie\u00df das aber kalt&#8230;: Mit russischen Eiern und Schinkenr\u00f6llchen brachte sie ihre Liebe zum Essen in der kalten K\u00fcche zum Ausdruck oder sie pr\u00e4sentierte den vom ersten deutschen Fernsehkoch erfundenen Kult \u201eToast Hawaii\u201c, der aus den exklusiven Zutaten Toastbrot, Schinken, einer Scheibe Ananas und Schmelzk\u00e4se bestand.<br \/>\nZur gleichen Zeit in der DDR herrschte Mangel an Lebensmitteln und die Deutschen mussten mit dem hantieren, was zu kaufen ist.<\/p>\n<h2>Viva Italia<\/h2>\n<p>Die K\u00fcche und der Speisezettel erfuhren eine kulinarische Entwicklung und nachhaltig Ver\u00e4nderung: durch die gro\u00dfe Reisewelle brach das Italienfieber brach aus. Deutsche Urlauber, die urspr\u00fcnglich als Kartoffelliebhaber Bekannten, entdeckten Pasta und Pizza und machten Deutschland zum Nudelmekka.<\/p>\n<h2>Fortsetzung folgt<\/h2>\n<p>Das war nun der erste kleine Abriss \u00fcber die Entwicklung der deutschen K\u00fcche seit Kriegsende, gut portioniert und appetitanregend f\u00fcr den zweiten Teil.<br \/>\nUnd wenn man dann noch die Entwicklung des deutschen Essverhaltens in Verbindung mit dem Entstehen der Volks- bzw. Generationskrankheiten\u2026spannend!<br \/>\nAlso: bis zum zweiten Teil unserer Essenszeitreise!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie S\u00e4tze Generationen von Deutschen pr\u00e4gten&#8230; Durch Zufall bin ich \u00fcber ihn gestolpert und weil er so spannend war, muss ich ihn mit euch teilen: im SWR lief ein Dreiteiler von 2009 \u00fcber die Entwicklung des deutschen Essverhaltens im Laufe der vergangenen 70 Jahre. 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